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Anleitung für die Pilzzucht auf Baumstämmen

    Für die Pilzzucht auf Baumstämmen eignen sich verschiedene Techniken wie z.B. die Impfdübel- und die Schnittimpfmethode.

    Erstere stellen wir hier vor.

    Auf Baumstämmen können alle Arten von holzzersetzenden Pilzen angebaut werden, wie Shiitake, Austernpilze, Kräuterseitlinge, Schmetterlingstrameten und Reishi. 

    Für diese Methode eignen sich Baumstämme mit einer Länge von ca. 1 Meter und einem Durchmesser von 10 – 25 cm sehr gut. Das Holz sollte möglichst frisch geschlägert sein. Im Idealfall nicht älter als einen Monat. Älteres Holz ist oft bereits von anderen Baumpilzen befallen und dadurch findet der gewünschte Pilz eine starke Konkurrenz beim Besiedeln des Holzes vor.
    Ältere Baumstämme sind meist auch trockener, was den Pilz zusätzlich im Wachstum hemmt. Außerdem ist es wichtig, Laubhölzer zu verwenden, da das im Nadelholz vorkommende Harz ein natürliches Fungizid ist.

    Gut eignen sich beispielsweise Buche, Eiche, Birke oder Erle. 

    Material & Geräte:

    Holzstämme: Laubholz, 1 m lang, 10 – 25 cm Durchmesser
    Impfdübel
    Bohrmaschine mit Bohrer
    Gips, Bienen -, Käse- oder Kerzenwachs

    1. : Bohren der Löcher

    Der Stamm wird mit dem beiliegenden Bohrer 30 – 50 mal in einem diamantförmigen Muster angebohrt. Die Bohrlöcher sollten tief genug sein, um die Dübel komplett im Holz versenken zu können.

    1. Beimpfen

    Die Dübel werden mit einem Hammer in die gebohrten Löcher geschlagen.

    1. Verschließen der Löcher:

    Die Impfstellen werden mit Gips oder Bienenwachs gut verschlossen.

    4. Durchwachsphase:

    Die beimpften Baumstämme werden im Freien an einem schattigen, feuchten Platz zum Durchwachsen aufgestellt oder hingelegt. In den ersten Wochen & Monaten sollten die Stämme regelmäßig befeuchtet werden – vor allem bei trockenem Wetter.

    1. Aufstellen für die Ernte:

    Je nach Holzart sollten die Stämme in 12 – 24 Monaten durchwachsen sein – das Myzel ist an der Schnittfläche zu sehen. Weichholz (z.b. Erle, Weide) durchwächst schneller, aber bringt etwas kürzer Erträge. Hartholz (z.B. Buche, Eiche) durchwächst langsamer aber bringt dafür Erträge über einen längeren Zeitraum. Die Pilze fruchten saisonal an feuchten Tagen mit Temperaturen die der jeweiligen Pilzart entsprechen. Je nach Holzart und Lage kann über 5 – 10 Jahre mit einer Ernte gerechnet werden.

    Zusätzliche Tipps:

    Wenn das Holz doch bereits etwas älter ist (1 – 2 Monate) können die Stämme in einer Regentonne für 24 – 48 h untergetaucht werden, um das Holz wieder zu durchfeuchten.

    Bei älterem Holz können außerdem jeweils unten und oben ein paar cm der Schnittfläche abgeschnitten werden. Pilze die sich eventuell bereits aus der Luft dort angesiedelt haben werden so entfernt.

    Nach dem Durchwachsen können die Stämme für eine optimale Feuchtigkeitsversorgung senkrecht ca. 1/3 in die Erde eingegraben werden. Dann holt sich der Pilz die nötige Feuchtigkeit direkt aus dem Boden.

    Weitere Pilzzucht-Methoden kannst du in unseren Workshops lernen.

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